In der kalten Morgendämmerung des 15. Februar 1976 stand ein junger Mann vor dem Schaufenster der Buchhandlung El Parnasillo (Pamplona). Er schaute sich die ausgestellten Werke an, hatte aber weder vor, sie zu kaufen, noch sie zu lesen.
Kategorie: Geschichte und Politik
Autor FERNÁNDEZ SOLDEVILLA, Gaizka
ISBN: 9788430987580
Hinzugefügt zum Katalog am: 15.12.2025
Format: BROSCHIERT
Subtítulos: Mitautor: Juan Francisco López Pérez
Seitenzahl: 264
In der kalten Morgendämmerung des 15. Februar 1976 stand ein junger Mann vor dem Schaufenster der Buchhandlung El Parnasillo (Pamplona). Er schaute sich die ausgestellten Werke an, hatte aber weder vor, sie zu kaufen, noch sie zu lesen. Er zerschlug die Scheibe, beschmierte die Bücher mit Farbe, übergoss sie mit brennbarer Flüssigkeit und zündete sie an, genau wie es die Nazis 43 Jahre zuvor auf dem Opernplatz in Berlin gemacht hatten. Was El Parnasillo gerade erlebt hatte, war keine Seltenheit, sondern einer von Hunderten von Anschlägen, denen Buchhandlungen, Buchmessen, Kioske, Verlage und Vertriebsgesellschaften in Spanien zwischen 1962 und 2018 zum Opfer gefallen sind. Diese gewalttätige Bibliophobie trug die Handschrift der extremen Rechten, die während der Endphase der Franco-Diktatur wieder aktiv geworden war, und in geringerem Maße auch der ETA und ihres jugendlichen Umfelds. Auf diesen Seiten tauchen Radikale aller Art auf, die sich dem Hassen, Drohen, Besprühen, Überfallen, Zerstören, Beschießen und Verbrennen von Büchern und Buchhandlungen sowie Kinos und anderen kulturellen Einrichtungen verschrieben hatten. Die vorliegende Arbeit ist jedoch nicht ihnen gewidmet, sondern den "letraheridos", also denen, die die Literatur liebten und lieben: Schriftstellern, Lesern, Verlegern, Vertreibern, Rezensenten, Übersetzern, Journalisten und ganz besonders Buchhändlern.