LA CIUDAD DE LA EUFORIA

LA CIUDAD DE LA EUFORIA von

Portada de LA CIUDAD DE LA EUFORIA
Zusammenfassung

Überall im Land gab es Skandale, auch solche, die schwerwiegender waren als die in der Comunidad Valenciana. Doch was hier geschah, hatte unwiderstehliche Zutaten, schwer erklärbare Protagonisten und eine zaghafte gesellschaftliche Reaktion, die nie ganz verstanden wurde.

Menge
  • 27.90 CHF

Kategorie: Geschichte und Politik

Verlag Libros del KO

Autor TERRASA, Rodrigo

ISBN: 9788417678869

Hinzugefügt zum Katalog am: 03.11.2021

Format: BROSCHIERT

Seitenzahl: 288

Eine Mafia-Hypothese

Vor einigen Jahren ging der Witz um, dass Korruption wie Paella sei, dass sie überall gemacht werde, aber nirgends so wie in Valencia. Und so war es auch. Überall im Land gab es Skandale, und auch Fälle, die schwerwiegender waren als die in der Comunidad Valenciana. Doch das, was sich hier abspielte, hatte unwiderstehliche Zutaten, einige kaum erklärbare Protagonisten und eine zaghafte gesellschaftliche Reaktion, die nie ganz verstanden wurde. Kein noch so skandalöser Fall schien das tägliche Leben der Bürger direkt zu beeinflussen, ganz im Gegenteil. Auf der Straße und in den Medien herrschte der Eindruck, dass die Formel uns allen zugute kommt. Die Justiz bewegte sich sehr langsam, während die PP in einem Ferrari raste. In Zeiten wirtschaftlicher Hochkonjunktur sorgte ihr Glücksspiel für Wohlstand, Arbeitsplätze, Wachstum, Führungsstärke und sogar, was soll's, für eine Menge Neid. Das Geld gehörte niemandem und der Gewinn gehörte allen. Dass die Realität hinter dem Vorhang verdorben war, spielte keine Rolle. Es ist wirklich schwer zu erkennen, was um einen herum ist, wenn man von Neonlichtern geblendet wird. Mit einem Mund voller Kaviarhäppchen lässt sich nicht streiten: "Die Party in Valencia hört nie auf", prahlte einst ein hochrangiger Parteifunktionär. Auch er wurde schließlich vor Gericht gestellt. Dies ist die wahre Geschichte des Bürgermeisters, der Geldscheine auf den Sitzen seines Autos zählte, des noblen Geldsüchtigen, der von der Landkarte verschwand, um als Hippie wiedergeboren zu werden, des einäugigen Mannes, des Schrottplatzes und seines Gorillas, der Perle und des Kaninchens, des Managers, der Millionen für sinnliche rumänische "Übersetzer" ausgab, des Geschäftsmannes, der nach Moldawien floh, und des Bauunternehmers, der im Trikini und mit einer Skibrille durch die Gänge eines Hotels in Andorra lief: Glieder einer Art trophischen Kette, in der alle akzeptiert haben, sich von den Abfällen anderer zu ernähren. Die einen saßen am Tisch des großen Festmahls, die anderen schöpften nur vom Teller; alle schmarotzten am System, aber keiner von ihnen machte den Mund auf, denn wenn einer den Mund aufmachte, dann waren alle verloren.